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Stand vom 3.3.2005

Bezirkssekretariat:
Herrnstraße 61
63065 Offenbach am Main
Tel.: 069 / 83 91 81
E_Mail: [email protected]

[email protected]

Inhaltsverzeichnis

Die Bewerbung
Quelle: Frankfurter Rundschau

Gleich konkret zur Sache kommen
Bewerbungen auszuwerten, ist oft mühsam und nervig "Zuerst kommt die Selbstanalyse!"
Was beim Schreiben einer Bewerbung alles zu beachten ist Löcher im Lebenslauf stopfen
Bei der Bewerbung gilt: Tue Gutes und rede davon! "Ziel ist, eingeladen zu werden!"
Bei Bewerbungen einen eigenen Stil entwickeln Nur einwandfreie Zeugnisse helfen
Bei der Beurteilung sollte sich der Ex-Chef Mühe geben Soziale Kompetenz kaum zu lernen
Das Fachwissen macht nur 15 Prozent des Erfolgs aus Internet-Bewerbung im Vormarsch
Per E-Mail blitzschnell rund um den Globus bewerben Haken Sie ruhig nach!

Sind die Unterlagen in der Post, geht das Bewerben weiter


Das Vorstellungsgespräch

Auch Kleider machen Leute
So bereiten Sie sich auf die Vorstellung vor Drücken Sie Schwächen positiv aus
Auf Fragen beim Vorstellungsgespräch vorbereiten Auch Sie sollten Fragen stellen
Tips für das Vorstellungsgespräch Sind Sie eher ein Beamtentyp?
Auf Fragen beim Vorstellungsgespräch vorbereiten Erzählen Sie keine langen Romane

14 Tips, wie Sie ein Bewerbungsgespräch vorbereiten

Sonstiges

"Einen wunderschönen Guten Tag!"
Vorsicht bei dubiosen Antworten auf ein Stellengesuch Streß und Gruppendiskussionen
Ein Assessment-Center als komplexes Auswahlverfahren


Die Bewerbung

Gleich konkret zur Sache kommen

Bewerbungen auszuwerten, ist oft mühsam und nervig

Wie läuft die Bewerberauswahl beim Arbeitgeber ab?

Stellen wir uns vor, wir sind Personalleiter eines Unternehmens und haben eine Stelle im kaufmännischen Bereich ausgeschrieben. Unser Problem, daß in unserem Rechnungswesen ein/e kompetente/r Mitarbeiter/in fehlt, wollen wir durch eine Neueinstellung lösen. Um diese Funktion ausüben zu können, sollte der Bewerber über eine kaufmännische Ausbildung verfügen, mindestens zwei Jahre Erfahrung auf einer vergleichbaren Position mitbringen, gerne in unserem Team mitarbeiten und belastbar sein, im Sinne, daß Überstunden anfallen können. Weiterhin möchten wir jemanden, der unsere Daten in der EDV hegt und pflegt. Eine klassische kaufmännische Tätigkeit also.

Nach einer entsprechenden Ausschreibung der Stelle, in einer großen Tageszeitung, treffen im Laufe der Woche circa 150 Bewerbungen ein. Mit einer so großen Resonanz haben wir nicht gerechnet. Aber schauen wir uns die Bewerbungen doch mal an. Die erste, die uns neugierig macht, ist ein kleines Päckchen. Wir öffnen dieses und halten Badelatschen in der Hand. "Das sind die Latschen, aus denen Sie kippen werden, wenn Sie meine Bewerbung gelesen haben." Originell, oder? Aber dann doch nicht das Richtige, ein bißchen seriöser wollen wir es schon. In der nächsten ist ein handgeschriebenes Blatt enthalten mit der Formulierung: "Ich bin der Richtige für Sie." Vielleicht ja, vielleicht nein, aber so richtig möchten wir den nicht kennenlernen. In der nächsten halbwegs kompletten Bewerbermappe sichten wir Rechtschreibfehler, und der Autor hat wahrscheinlich von der DIN 50008 noch nie etwas gehört. Schade, aber das brauchen wir nicht.

Nachdem wir die nächsten 50 gelesen haben, uns an "individualisierten Formulierungen" aus den gängigen Bewerberratgebern erquicken konnten, beschleicht uns langsam der Frust. Gibt es denn keine Bewerber mehr, die uns nachvollziehbar ihre Kompetenz darstellen können? Wir sitzen jetzt schon den ganzen Tag an dem Auswahlverfahren und haben noch keinen Kandidaten. Zwischendurch haben mehrere Interessierte angerufen, um uns mit Fragen wie "Was muß ich auf dieser Position tun?" oder "Brauchen Sie jemanden mit EDV-Kenntnissen?" zu beweisen, daß sie die Stellenausschreibung nicht gelesen oder verstanden haben.

Wir lesen weiter. Endlich mal jemand, der nicht nur auf die Aufgabengebiete eingeht, sondern auch formuliert, bei welchen Tätigkeiten, diese entwickelt und erworben wurden. Den möchten wir kennenlernen. Aber es geht weiter. Eine Dame formuliert. "Sicherlich werden Sie etwas durch die Bearbeitung der vielen Bewerbungen genervt sein. Ich würde gerne vorbeikommen, um Sie schnellstens bei der Bewältigung Ihrer Aufgaben aktiv zu unterstützen." Endlich mal jemand, der gleich konkret zur Sache kommt.

Nachdem wir auch die Überqualifizierten aussortiert haben - denn wir gehen davon aus, daß sie uns verlassen werden, wenn sie eine ihrer Ausbildung angemessene Tätigkeit gefunden haben - überlegen wir, inwieweit unser Auswahlkriterium überhaupt brauchbar ist. Entgehen uns nicht so die Bewerber, die zwar fachlich und persönlich kompetent sind, auch gut in unser Unternehmen passen, aber nicht über die Fähigkeit verfügen, sich selbst gut darstellen zu können? Was können wir über diese wissen, wenn sie ihre Möglichkeiten nicht klar und deutlich formulieren? Sollten wir uns in einer unüberschaubaren Menge an Bewerbungsgesprächen verlieren, um diese These zu überprüfen zu können? Das ist normalerweise in unserem Alltag nicht möglich. Also laden wir die ein, die uns einen guten Grund liefern, sie kennenzulernen zu wollen. Natürlich können wir nicht allen Eingeladenen einen Arbeitsplatz anbieten, sondern wir müssen uns für eine Person entscheiden, bei der wir davon ausgehen, daß sie den beruflichen Alltag bewältigt, Probleme löst und idealerweise für Anregungen und Weiterentwicklungen sorgt.

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"Zuerst kommt die Selbstanalyse!"

Was beim Schreiben einer Bewerbung alles zu beachten ist

"Wie schreibe ich einen Lebenslauf?" Bevor Sie sich mit viel Elan an das Texten von Lebenslauf und Anschreiben setzen, sollten Sie eine möglichst gründliche Analyse Ihrer persönlichen und fachlichen Stärken und Schwächen betreiben. Suchen Sie sich Gesprächspartner, die Ihnen offen Ihre Meinung sagen, auch wenn das für Sie mit unangenehmen Überraschungen verbunden sein könnte. Wenn es Ihre Finanzlage zuläßt, ist es darüber hinaus empfehlenswert, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Prüfen Sie genau, ob Sie eher zum Spezialisten mit fundiertem Fachwissen in einem begrenzten Gebiet neigen oder ein Generalist mit solidem Grundwissen in verschiedenen Bereichen sind. Wie ausgeprägt sind Ihre Führungsqualitäten? Verfügen Sie über genügend Eigenmotivation? Sind Sie kontaktstark oder eher zurückhaltend? Besitzen Sie analytische Stärken oder sind Sie ein eher intuitiver Typ? Können Sie sich einer Sache intensiv widmen oder wünschen Sie sich eine abwechslungsreiche Tätigkeit? Arbeiten Sie lieber allein oder im Team? Diese und weitere Fragen tragen dazu bei, mehr über die eigenen Stärken und Schwächen zu erfahren.

Nach der Selbstanalyse erfolgt die Analyse des Stellenmarktes. Mit ihr gewinnen Sie Klarheit über das vorhandene Angebot und erkennen mögliche Schwachstellen in Ihrem Ausbildungs- und Berufsweg. Zusätzlich sollten Sie regelmäßig den Wirtschaftsteil der Frankfurter Rundschau lesen, um Informationen über Tendenzen verschiedener Branchen zu erhalten. Weiterhin erfahren Sie Einzelheiten über bedeutende Aufträge oder Investitionsvorhaben einzelner Unternehmen.

Lesen Sie alle in Frage kommenden Angebote aufmerksam durch. Beziehen Sie auch kleinere Unternehmen in die Analyse mit ein. Gerade als älterer Arbeitnehmer haben sie dort oft die Chance, da Ihre Einarbeitungszeit relativ kurz ist, eine neue Herausforderung zu beginnen.

Notieren Sie die im Anzeigentext enthaltenen Aussagen, analysieren Sie deren Bedeutung und vergleichen Sie diese Notizen mit Ihren eigenen Erwartungen, Wünschen, Kenntnissen und Fähigkeiten. Prüfen Sie, ob die Stelle für Sie interessant ist und ob Sie aus dem Firmen-, dem Stellen- und Bewerberprofil genügend Argumente für Ihre Bewerbung ableiten können. Anschließend verwerten Sie diese Informationen für Ihre Bewerbung. Sie sollten nicht so etwas wie ein Rundschreiben für alle Unternehmen entwerfen und versenden, denn diese sind selten von Erfolg gekrönt.

Es ist sinnvoller, sich gezielt auf Unternehmen zu bewerben, wo Sie sich eine Tätigkeit vorstellen können. Diesem Unternehmen müssen Sie Argumente liefern, warum gerade Sie die richtige Person für die ausgeschriebene Stelle sind. Bevor Sie eine Bewerbungsmappe versenden, ist es in vielen Fällen sinnvoll, telefonisch Kontakt aufzunehmen. Grundsätzlich können Sie die Unternehmen anrufen, die in der Stellenanzeige Telefonnummer und Ansprechpartner erwähnen. Mit diesen Ansprechpartnern können Sie Ihre Chancen erörtern und weitergehende Informationen über das Unternehmen erhalten. Auch zu einer telefonischen Bewerbung gehört eine gute Vorbereitung: Legen Sie Ihren Lebenslauf, einen Notizblock sowie Ihre Fragen an den potentiellen Arbeitgeber zurecht, und sorgen Sie dafür, ungestört telefonieren zu können

Noch eine Bemerkung zum Thema "Chiffreanzeigen": Manchmal ist das anonyme Stellenangebot aus betrieblicher Sicht notwendig. Ein Unternehmen möchte damit beispielsweise vermeiden, daß Mitbewerber Einblick in die eigene Mitarbeiterstruktur gewinnen.

Bei Anzeigen, die über eine Personalberatung geschaltet werden, kann der Auftraggeber Sperrvermerke für Bewerber bestimmter Firmen festlegen, um diesen Einblick zu unterbinden, ebenso kann auch der Bewerber durch einen Sperrvermerk verhindern, daß seine Bewerbung dem eigenen Arbeitgeber vorgelegt wird. Eine seriöse Chiffreanzeige ist daran zu erkennen, daß sie aussagefähige Informationen enthält. Oft lohnt sich eine Bewerbung auf eine solche Anzeige, da Sie wegen der verbreiteten Befürchtung, daß sich der eigene Arbeitgeber hinter der Chiffre verbirgt, mit weniger Mitbewerbern rechnen können.

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Löcher im Lebenslauf stopfen

Bei der Bewerbung gilt: Tue Gutes und rede davon!

"Wie gestalte ich den Lebenslauf richtig?" Der Lebenslauf ist die Grundlage, um Bewerber zu beurteilen. Alle Unterlagen, die Sie einer Bewerbungsmappe beilegen, haben den Zweck, die Angaben Ihres Lebenslaufs zu belegen. Zeugnisse können über ihre Leistungsfähigkeit informieren.

Allein das, was aufgeschrieben wurde, kann auch gelesen werden! Fakten, die nicht notiert sind, können dem Leser nicht bekannt sein. Aus all dem Formulierten lassen sich erste Regeln für einen informativen Lebenslauf aufstellen. Er muß vollständig sein und wahr, zudem muß er schnell zu überfliegen sein. Wer im Lebenslauf den Informationsbedarf und die knappe Zeit des Empfängers richtig einschätzt, sammelt Pluspunkte.

Mit dem Anschreiben stellen Sie sich und Ihre sozialen Kompetenzen vor. Der Lebenslauf ermöglicht nichts weniger als einen Überblick über Ihre fachliche Entwicklung. In ihm kristallisieren sich die persönlichen und beruflichen Erfahrungen zu nüchternen Lebens- und Berufsstationen. Berufsanfänger haben da natürlich besondere Schwierigkeiten. Bedingt durch Ihre fehlende Berufserfahrung sollten die Schwerpunkte auf den Ausbildungen liegen. Aber auch für Bewerber mit Berufserfahrungen gilt, daß es nicht reicht, erreichte Positionen in Unternehmen darzustellen. Oder was wissen Sie über eine Person, die schreibt: Kaufmännischer Angestellter, Fa. XXX in Frankfurt? Verfügt der Bewerber über Erfahrungen im Ein- und Verkauf? Hat er vielleicht Kunden beraten oder den ganzen Tag nur Kaffee gekocht? Auch hier gilt: "Tue Gutes und rede davon!" Stellen Sie Ihre hochwertigsten Tätigkeiten kurz dar. Ermöglichen Sie dem Leser möglichst viel über Ihre fachlichen Tätigkeiten zu erfahren. Aber "in der Kürze liegt die Würze". Grundsätzlich gilt: für Positionen der letzten zehn Jahre höchstens bis zu drei Schwerpunkten je Unternehmen.

Wie wird ein Lebenslauf gelesen beziehungsweise beurteilt?

Scheidet ein Kandidat vielleicht schon deswegen aus, weil er seiner Frau in den letzten zwei Jahren den Haushalt geführt oder ein Haus gebaut hat? Oder bleibt er nicht im Auswahlverfahren, weil er fünf Jahre in Indien lebte? Oder wird man ihm nachsehen, daß er zunächst das "Falsche" studiert hat, um dann einen anderen Studienabschluß zu erreichen?. Oder wird ihm ein abgebrochenes Studium negativ bewertet? Vielleicht ja vielleicht nein, aber wenn der Lebenslauf zeitliche Lücken aufweist, dann ist er sicher nicht lange im Rennen. Löcher im Lebenslauf gehören gestopft! Manche Unternehmen erwarten geradlinige Lebensläufe, im Sinne, daß das angestrebte Ausbildungsziel in kürzester Zeit bestmöglich erreicht wurde. Andere wollen, daß ihre neuen Mitarbeiter über umfangreiche Lebenserfahrung verfügen und die daraus resultierende Reife mitbringen. Daraus folgt für Sie als Bewerber, daß Ihr unüblicher Lebenslauf passen kann, nur müssen Sie ihn dem Richtigen zur Beurteilung vorlegen.

Es ist nicht zwingend notwendig, daß Ihr Lebenslauf chronologisch abgefaßt ist. Aber zum Zwecke der Übersichtlichkeit ist es ratsam, ihn in mehrere Hauptspalten aufzuteilen. Zweckmäßig wäre: "Persönliche Daten", "Ausbildungswerdegang", "Berufserfahrung" und "Zusätzliche Kenntnisse und Hobbys". Je größer der Abschnitt "Berufserfahrung" ist, desto kleiner sollte die Spalte "Ausbildungswerdegang" sein. Natürlich gilt das auch umgekehrt. Fachliche Kompetenz wird in der Regel in der Praxis erworben und verfeinert. Ausbildungen liefern den Grundstock bzw. die Eintrittskarte für bestimmte Aufgaben. Bei den "Zusätzlichen Kenntnissen und Hobbys" haben Sie die Möglichkeit, besondere Fähigkeiten darzustellen, wie etwa Sprach- und Computerkenntnisse. Durch die Hobbys erfährt man in der Regel mehr über einen Menschen, als es die Beschreibung der fachlichen Entwicklung auszudrücken vermag. So wird ein wichtiger und ergänzender Blick auf den Kandidaten möglich.

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"Ziel ist, eingeladen zu werden!"

Bei Bewerbungen einen eigenen Stil entwickeln


Während der Lebenslauf über Ihr fachliches Profil Auskunft gibt, dient das Anschreiben vorrangig dazu, Ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen in den Vordergrund zu stellen. Dementsprechend genügt es nicht, wenn Sie lediglich Ihren Lebenslauf wiederholen, denn dieser ist dem Leser ja bereits bekannt. Zunächst sollten Sie sich gründlich Gedanken über die Position, dem Unternehmen, aber auch Ihren eigenen Wünschen machen. Dies ist, zugegeben, sehr aufwendig. Ersparen sich Bewerber diese Mühe, ist das Ergebnis entsprechend.

Die Bewerbungen ähneln Serienbriefen, für die lediglich der Name des Arbeitgebers neu eingesetzt wird. Das Anschreiben stellt keinen Bezug zum Unternehmen her, es geht nicht auf die speziellen Anforderungen der Position ein. Solche Schreiben landen im Stapel der Absagen, denn sie lassen beim Adressaten den Eindruck aufkommen, der Bewerber sei nicht genügend am Unternehmen interessiert.

Gehen Sie auf das ein, was der Arbeitgeber sucht.

Stellen Sie den Bezug zu Ihrem eigenen Profil her.

Untermauern Sie diese Darstellung mit Stationen Ihres Werdegangs.

Vernachlässigen Sie nicht Ihre sozialen Kompetenzen, denn auch an die hochqualifizierte Fachkraft werden heute hohe soziale Anforderungen, wie beispielsweise Teamfähigkeit, gestellt.

Das Anschreiben sollte mindestens diesen drei Ansprüchen gerecht werden:

1. Das Anschreiben muß die Aufmerksamkeit an Ihrer Bewerbung wecken. Fallen dem Personalverantwortlichen die Unterlagen im Stapel der Bewerbungen auf, wird er sich mit Ihnen beschäftigen.

2. Das Anschreiben muß klarstellen, warum gerade Sie die Zusage bekommen sollen. Nur wer dem potentiellen Arbeitgeber darlegt, warum er die beste Besetzung für die Stelle ist, erhält den Zuschlag.

3. Das Anschreiben muß neugierig machen, Sie näher kennenzulernen. Nur wem gelingt, das Interesse an einem persönlichen Gespräch zu wecken, hat sich einen Platz unter den Favoriten gesichert.

Worauf sollte man achten, um ein Anschreiben so zu formulieren, daß es den beschriebenen Ansprüchen genügt? Versetzen wir uns in die Lage eines Personalverantwortlichen. Wir bekommen Anschreiben, die von grammatikalischen und Rechtschreibfehlern nur so wimmeln - verlockend den Autor kennenzulernen. Wir lesen Formulierungen wie "hiermit bewerbe ich mich um ..." - das hätten wir jetzt nicht gedacht. Wir bekommen Gedächtnisstützen "wie Sie meinem Lebenslauf entnehmen können..." - können vielleicht, aber wollen? Wir sehen Aufmacher wie "Ab 1993 habe ich in der Fa. XXX gearbeitet, um dann 1996 zur Fa. YYY zu wechseln" - aufregend oder? Gehen wir als Personalverantwortliche davon aus, daß wir den Verfasser des Anschreibens nicht kennen, so suchen wir nach sogenannten "Keywords". Darunter versteht man Schlüsselwörter, die Lösungsmöglichkeiten für unsere Probleme bei der Stellenbesetzung anbieten. Unter Zuhilfenahme der gelesenen Schlüsselwörter und dem Vergleich mit unserem Anforderungsprofil läßt sich erklären, warum wir einen Bewerber einladen oder nicht einladen wollen. Es genügt nicht, Schlüsselwörter als Schlagworte aufzulisten, da erst die Erläuterung anhand lebensnaher und nachvollziehbarer Erfahrungen das Vorhandensein der entsprechenden Fähigkeiten plausibel macht.

Als Bewerber sollten Sie Ihre Anschreiben probehalber Bekannten vorlegen. Diskutieren Sie mit ihnen, was dem Leser über Ihre Person bekannt ist. Wofür würde Sie der Leser einsetzen? Was weiß er über Sie? Fehlt ihm etwas? Schreiben Sie keine Formulierungen von Bewerbungsratgebern oder CDs ab. Größere Personalabteilungen bekommen bis zu 2000 Bewerbungen im Monat. Ohne Schwierigkeiten könnten sie "individualisierte Anschreibentexte" nach Ratgebern sortieren. Entwickeln Sie Ihren eigenen Stil. Benutzen Sie kurze Formulierungen und drücken Sie sich klar und deutlich aus. Das Anschreiben sollte niemals länger als eine Seite sein.

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Nur einwandfreie Zeugnisse helfen

Bei der Beurteilung sollte sich der Ex-Chef Mühe geben

"Welche Unterlagen gehören in meine Bewerbungsmappe?"


Bei einer Bewerbung ist der hochwertigste berufliche Abschluß sowie Ihre Beschäftigungsverhältnisse der letzten sechs bis acht Jahre mit Kopien zu belegen. Die Zeugnisse sollten einwandfrei und auf gleichem Papier kopiert sein. Sie sind in chronologischer Reihenfolge (das neueste zuerst) abzuheften. Im Falle von (noch) nicht abgeschlossenen Studiengängen fügen Sie die Kopien des Vordiploms oder eine Übersicht bereits vorhandener Noten oder Vorschlagsnoten bei.

"Wie ist das mit Arbeitszeugnissen?" Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer bei Beendigung seines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Ein einfaches Zeugnis enthält Angaben über die Art und Dauer der Beschäftigung. Ein qualifiziertes Zeugnis enthält den ausführlichen Nachweis über erbrachte Leistungen und die Beurteilung des Verhaltens des Arbeitnehmers. Es muß mit einem ordnungsgemäßen Firmenbriefkopf ausgestattet sein, aus dem Name und Anschrift des Ausstellers erkennbar ist. Der Unterschrift ist ein Firmenstempel beizufügen. Das Zeugnis soll alle wesentlichen Angaben enthalten, die für die Beurteilung des Arbeitnehmers von Bedeutung sind. Die Aussagen müssen der Wahrheit entsprechen und vom verständigen Wohlwollen des Arbeitgebers getragen sein. Sie dürfen das Fortkommen des Arbeitnehmers nicht erschweren oder behindern.

Es gehen immer mehr Unternehmen dazu über, freie Formulierungen für die Leistungs- und Persönlichkeitsbewertung zu benutzen. Neben den allgemeinen Beurteilungskriterien gibt es eine Vielzahl verschlüsselter Formulierungen, die im Zusammenhang interpretiert werden müssen. So wird der Ausdruck "ordnungsgemäß" für die Arbeit eines Buchhalters sehr positiv sein, bei vielen anderen Aufgaben wird damit jedoch vermittelt, daß jemand bürokratisch und ohne Eigeninitiative gearbeitet hat. Zeigte man sich "bemüht" oder hatte "Gelegenheit" bestimmte "Arbeiten zu erledigen", so ist damit gemeint, daß man erfolglos tätig war.

Werden nur die Aufgaben des Mitarbeiters beschrieben, vielleicht noch sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten, die Beurteilung seiner Leistungen jedoch weggelassen, wertet dies ein Zeugnis ab. Gleiches gilt, wenn bei bestimmten Berufen die zu erwartenden Beurteilungen - beispielsweise bei Buchhaltern die Angabe "ordnungsgemäß", "zuverlässig" oder "korrekt" - fehlen. Enthält ein Zeugnis in wichtigen Punkten keine ausführliche Aufgabenbeschreibung und -bewertung bzw. werden weniger wichtige Aufgabengebiete dargestellt, ist das Zeugnis unvollständig und unrichtig.

Weiterhin werden in Zeugnisse - scheinbar unbeabsichtigte - Rechtschreib- und Grammatikfehler eingebaut, um zu dokumentieren, daß man sich noch nicht mal die Mühe macht, dem ehemaligen Mitarbeiter ein einwandfreies Zeugnis auszustellen. Sie können - und sollten - ein solches Zeugnis anfechten. Je persönlicher und individueller das Zeugnis verfaßt ist, desto besser. Ein Schlußsatz, der das Bedauern über Ihr Ausscheiden ausdrückt, ist von besonderem Wert.

Heute ist es nicht ungewöhnlich, daß Sie aufgefordert werden, den Zeugnistext selbst zu entwerfen. Der Entwurf sollte lediglich die Aufgabenbeschreibung enthalten, die Beurteilung sollte der Arbeitgeber selbst verfassen. Eine Beurteilung ist um so besser, je mehr Schlüsselwörter wie "schwierige Arbeiten", "selbständig", "eigenverantwortlich", "Verantwortung", "Initiative", "Erfahrungen" oder "Sinn für das Wesentliche", im Text vorkommen. Das Zeugnis sollte von einer ranghohen Person unterschrieben werden.

Enthält das Zeugnis unrichtige oder unvollständige Tatsachen oder fehlerhafte Beurteilungen, können Sie ein neues Zeugnis verlangen. Seien Sie sich darüber im Klaren, wie wichtig dieser qualifizierte Beschäftigungsnachweis für Ihren weiteren beruflichen Werdegang sein kann.

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Soziale Kompetenz kaum zu lernen

Das Fachwissen macht nur 15 Prozent des Erfolgs aus

Was sind Soziale Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen?


Der Begriff der Schlüsselqualifikationen geistert durch alle Personalbüros. Die einen verkünden, daß man ab sofort betriebswirtschaftliche Positionen nur noch mit Geisteswissenschaftlern besetzen wolle, da diese soziale Kompetenz besäßen; und die Erfahrung zeige, daß es einfacher sei, diesen Menschen betriebswirtschaftliche Kenntnisse beizubringen, als Fachleuten soziale Kompetenz. Die anderen verkünden, daß sie nur Fachleute einstellen, die hohe soziale Kompetenz mitbringen.

Was aber sind nun Schlüsselqualifikationen genau?

Schlüsselqualifikationen untergliedert man in die Bereiche Soziale-Kompetenz und Selbst-Kompetenz. Beide bestimmen unseren Umgang mit Menschen, wobei ersteres sich auf den Umgang mit anderen bezieht, letzteres auf den Umgang mit uns selbst. Deshalb gilt es, das eigene Erfolgspotential zu erkennen, weiterzuentwickeln und auszuschöpfen. Im Sinne des Einklanges von Körper und Seele werden persönliche Talente genutzt und weiter optimiert. Ziel ist es, das eigene Potential freizusetzen. Persönlichkeit kann man nicht kaufen, nicht schenken und nicht leihen. Wohl dem, der sie hat. Sicher kennen Sie auch Menschen, die etwas ausstrahlen, die in sich zu ruhen scheinen und gleichzeitig von einer Idee so begeistert sprechen, daß Sie am liebsten gleich an der Umsetzung mitarbeiten möchten.

Was macht denn Persönlichkeit aus?

Persönlichkeit ist ein Zusammenspiel kleiner Bausteine. Man zählt dazu:

* eigene Ziele zu erkennen und zu leben
* Probleme aktiv anzugehen
* mit Spannungen im Berufs- wie Privatleben konstruktiv umzugehen
* sich selbst, wie man ist, anzunehmen
* Humor und Toleranz zu besitzen
* über sich selbst lachen zu können. 

Was kann ich tun, um meine Persönlichkeit zu entwickeln?

Untersuchungen haben festgestellt, daß Persönlichkeit zu acht bis zwölf Prozent genetisch bedingt ist. Der viel größere Faktor ist aber der Einfluß der Umwelt: Habe ich die Erbanlagen nicht, um ein Spitzensportler zu werden, so werde ich, trotz intensivsten Trainings, nie in die Spitzengruppe kommen. Versuche ich es dennoch und stecke alle meine Energien in diese "Arbeit", dann werde ich nur Mißerfolge und Frust ernten. Diese Aussagen werden seit Jahren diskutiert und sind durch neuere Forschungen belegt. Auf das Arbeitsleben übertragen heißt das: der verhinderte "Spitzensportler" wird seinen Unmut an Kollegen oder Kunden auslassen. Möchten Sie mit einem solchen Kollegen zusammenarbeiten?

Noch vor wenigen Jahren achtete man bei der Bewerberauswahl hauptsächlich auf das Fachwissen. Dieser Blickwinkel hat sich heute geändert: Welche Fähigkeiten im sozialen Bereich hat der Bewerber? Verfügt er über Führungsqualitäten? Wie gut kann er seine Ideen kommunizieren? Kann er Mitarbeiter oder Kollegen begeistern? Alles in allem geht man davon aus, daß Erfolg zu 85 Prozent aus Persönlichkeit und zu 15 Prozent aus fachlicher Qualifikation entsteht. Fachwissen kann man sich relativ schnell aneignen, aber es dauert Jahre, um eine gewisse Persönlichkeitsstruktur zu entwickeln. Die Frage der Persönlichkeit ist eng verknüpft mit der Frage der Eigenmotivation (Selbst-Kompetenz) und der Motivation anderer (Soziale-Kompetenz). Der entscheidende Faktor dabei ist, daß man sich selbst mit allen Vor- und Nachteilen annimmt. Daß man sich fragt "Wo will ich hin im Leben?", "Wo kann ich mich nutzbringend einsetzen?" und "Wie komme ich da hin?"

Wer seine persönlichen Stärken kennt, kann diese als Grundlage für alle Aktivitäten nutzen. Jeder muß sich bewußt entscheiden, den Weg hin zur eigenen Persönlichkeit zu gehen. Er muß sich aber bewußt machen, daß ab und zu auf diesem Weg Hindernisse auftauchen können. Ihre Bewältigung läßt uns reifen.

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Internet-Bewerbung im Vormarsch

Per E-Mail blitzschnell rund um den Globus bewerben


Was ist eine E-Mail-Bewerbung? Wenn Sie über einen Computer, ein Modem oder ISDN-Karte verfügen und via Telefonleitung mit einem Internetdiensteanbieter (Provider) verbunden sind, können Sie Bewerbungen papierlos auf elektronischem Wege versenden. Das Internet und die daraus resultierenden Anwendungsmöglichkeiten sind auf dem Vormarsch. Eine E-Mail - also ein elektronischer Brief - ist über gängige kostenlose Kommunikationssoftware wie sie etwa Microsoft oder Netscape anbieten, von PC zu PC via Internet übertragbar. Der Vorteil liegt darin, daß kein Papier verbraucht wird und daß die Zustellung sehr schnell geschieht. Dabei ist es egal, ob sich die Firma in der Nähe oder auf einem anderen Kontinent befindet. Der Hauptnachteil liegt in der mangelnden Sicherheit des Internets. Es ist technisch möglich, daß Unbefugte ihre E-Mails lesen.

Wie muß eine E-Mail-Bewerbung gestaltet sein?

Üblicherweise gestaltet man eine E-Mail-Bewerbung als Kurz-Bewerbung. Eine Kurz-Bewerbung besteht aus dem Anschreiben und dem Lebenslauf. Das Anschreiben enthält die übliche Form und ist als Textdatei formatiert. Diese Art Format kann von den meisten Textverarbeitungsprogrammen gelesen werden. Weitere Unterlagen mitzuschicken, ist nicht notwendig, denn einerseits kann die elektronische Post dann schnell zu umfangreich werden, andererseits kann es schwierig sein, Ihre Unterlagen in einer ansprechenden Qualität in den Computer zu bekommen. Vergessen Sie nicht, im Anschreiben darauf hinzuweisen, daß Sie die üblichen Unterlagen mit normaler Post bei Interesse nachreichen werden.

Wie formuliert man wirkungsvoll?

Hüten Sie sich davor, Ihre Bewerbung aus, wo auch immer hergenommenen, Satzfetzen zusammenbasteln. Ihr Gegenüber bemerkt sehr schnell, daß da jemand Stückwerk liefert. Sie sollten Ihre Argumente, daß Sie die beste Wahl für diese Aufgabe sind, überzeugend vortragen. Schließlich geht es ja um folgende Frage: Können Sie jemanden empfehlen, der in der Lage ist, dies oder jenes zu leisten und der folgende Voraussetzungen (A-Kenntnisse, B-Fähigkeiten...) mitbringt. Wenn Sie diese präzise Frage nicht nur mit Ja beantworten können, sondern es auch deutlich mit eigenen Erfahrungen und Entwicklungen belegen, dann schreiben Sie auch eine ansprechende Bewerbung.

Sechs Grundregeln für ein gelungenes Anschreiben

1. Vorüberlegung: Wenn Sie eine Stellenausschreibung lesen, dann klären Sie, ob Sie die Arbeit wirklich möchten. Erfüllen Sie die wesentlichen Anforderungen oder können Sie sich diese schnell aneignen?

2. Erstellen Sie eine Checkliste: Was wird verlangt, was bringen Sie mit, was können Sie für die Firma tun?

3. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Bewerbung: Die haben Sie nicht? Dann haben Sie auch kein echtes Interesse, Ihr Berufsleben entscheidend zu verändern.

4. Seien Sie streng mit sich selbst: Alles was Ihren Schreibtisch verläßt, ob Briefbogen oder Text, ist stets einwandfrei.

5. Vergessen Sie Ihr Schreiben: Zumindest für einen Tag. Lesen Sie es dann wieder durch. Überarbeiten Sie alles, worüber Sie beim Lesen stolpern.

6. Machen Sie den Lesetest: Lassen Sie Ihr Anschreiben von jemand anderem lesen. Danach soll er Ihnen beschreiben, was er über Ihre fachliche und soziale Kompetenz lesen konnte.

Versetzen Sie sich einmal in den Arbeitgeber. Machen Sie ihm die Arbeit leicht. Handeln Sie in seinem Interesse - aber so, daß er es auch garantiert merkt. Dazu müssen Sie zunächst ins Blickfeld kommen und wahrgenommen werden. Jetzt demonstrieren Sie Ihre Vorzüge. Man interessiert sich für Sie, möchte mehr über Sie erfahren. Sollten Sie der oder die Richtige sein, können Sie mit einer schnellen Einladung rechnen.

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Haken Sie ruhig nach!

Sind die Unterlagen in der Post, geht das Bewerben weiter

Was bleibt zu tun, nachdem ich die Bewerbung abgeschickt habe?


Sind die Unterlagen in der Post, beginnt das bange Warten, besonders, wenn es sich um einen Job handelt, den Sie sehr gerne hätten. Die erste Stufe zum Erfolg haben Sie mit einer aussagefähigen Bewerbung bereits genommen.

Bekunden Sie Ihr Interesse an der Position ruhig noch einmal: Fragen Sie nach vier bis sechs Wochen bei dem Unternehmen nach dem Stand des Bewerbungsverfahrens. In den Unternehmen gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Auswahlverfahren, um die "Spreu vom Weizen" zu trennen. Dennoch spielt immer noch die Intuition des Adressaten eine große Rolle. Deshalb gehört stets etwas Glück dazu, in die engere Wahl zu gelangen.

Wurde Ihre Bewerbung kaum eines Blickes gewürdigt, erhalten Sie die Unterlagen meist mit einer Standardabsage zurück. Gehörten Sie zur zweiten Wahl, wird das in einem persönlicheren Schreiben zum Ausdruck gebracht, oft verbunden mit der Empfehlung, sich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu bewerben oder dem Angebot einer anderen Position. Drei bis acht Kandidaten werden in der Regel in das engere Auswahlverfahren einbezogen und eingeladen.

Angesichts der ungleichen Relation von Stellensuchenden zu Stellenangeboten muß man in der Regel eine ganze Reihe von Bewerbungen verschicken, um eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch zu erhalten. Wer bei mehreren, in Bezug auf Qualifikation und beruflichem Werdegang passenden Angeboten immer wieder Absagen erhält, sollte die Unterlagen noch einmal gründlich überarbeiten. Sind darin Widersprüche enthalten? Werden Qualifizierungen und Fähigkeiten richtig begründet? Es empfiehlt sich, die Texte einem Profi oder Freunden vorzulegen, die bereits Erfolge mit ihren Bewerbungen verzeichnen konnten und Hinweise für Verbesserungen geben können.

Was gehört in den Arbeitsvertrag? Der Arbeitsvertrag ist zwar - mit einigen Ausnahmen - formfrei, also auch mündlich möglich. Schriftform ist jedoch die Regel; kein seriöser Arbeitgeber wird etwas anderes von Ihnen erwarten. Folgende Ausführungen sollten im Arbeitsvertrag schriftlich niedergelegt sein:

* Name, Anschrift der Vertragsparteien
* der genaue Eintrittstermin und - bei befristeten Arbeitsverhältnissen - Angaben über den Zeitraum der Anstellung
* der Arbeitsort oder die Feststellung, daß der Arbeitnehmer an verschiedenen Orten beschäftigt werden kann
* die exakte Berufsbezeichnung sowie eine kurze Beschreibung der vom Arbeitnehmer zu leistenden Tätigkeiten
* Vollmachten
* Geheimhaltungspflicht (auch nachvertraglich)
* die vereinbarte Arbeitszeit
* Arbeitszeit, Pausen sowie Zulässigkeit und Vergütung von Überstunden (bei gehobener Position nur pauschale Regelung)
* Höhe und Fälligkeit des Arbeitsentgelts sowie eine Aufführung aller Sonderzahlungen
* die Anzahl der Urlaubstage
* Dauer der Probezeit (üblich sind 6 Monate) sowie die Kündigungsfristen
* Allgemeine Hinweise zu Tarif-, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die sich auf das Arbeitsverhältnis beziehen 

Eine haarige Angelegenheit sind oftmals die sogenannten Nebenabreden. Hierzu zählen alle individuell getroffenen Vereinbarungen, wie etwa zusätzliche Urlaubstage, die Vergütung von Überstunden und Sonderzahlungen. Sofern diese Abmachungen nicht im Arbeitsvertrag festgehalten sind, kann sich später an deren Auslegung der Konflikt entzünden. Mündliche Vereinbarungen können im Konfliktfall kaum nachgewiesen werden.

Versuchen Sie, alle Punkte zu regeln, die im Laufe des Arbeitsverhältnisses von Bedeutung sein können. Sie und Ihr Arbeitgeber haben dabei grundsätzlich Gestaltungsfreiheit, allerdings eingeschränkt durch vorrangige Gesetze und Tarifverträge.

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Das Vorstellungsgespräch

Auch Kleider machen Leute

So bereiten Sie sich auf die Vorstellung vor


Die Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch wird in der Regel in folgende Teile gegliedert:

1. Kenntnisstand über das Unternehmen

2. Erarbeitung der Selbstdarstellung

3. Mit zu erwartenden Fragen beschäftigen

4. Erscheinungsbild

5. Bewerbungsutensilien

Kenntnisstand über das Unternehmen: In der Regel haben Sie bis zum Gesprächstermin nicht viel Zeit. Sollten Sie bei Ihrer Bewerbung nicht genug Informationen über das Unternehmen gesammelt haben, sollten Sie das nachholen:

* Unternehmensbroschüren.
* Werbung / Kataloge / Prospekte
* Betriebszeitung / Jubiläumsschriften
* Industrie- und Handelskammer
* Gewerkschaften
* Handelsregister
* Wirtschaftsteile der Zeitungen
* Internet 

Wenn Sie keine Kenntnisse über das Unternehmen recherchieren konnten, dann sollten Sie Ihr Branchenwissen auffrischen. Die Trends und das Umfeld sollten Ihnen bekannt sein.

Erarbeitung der Selbstdarstellung: Es kommt darauf an, im Vorstellungsgespräch Ihre Qualifikationen sachlich, klar und überzeugend darzustellen. Bedenken Sie dabei, daß Sie sämtliche Daten aus Ihrem Lebenslauf im Kopf haben müssen, denn die Gespräche beginnen oft mit Sätzen wie: "Erzählen Sie uns doch mal etwas über sich." Hier ist die persönliche Wertung und Gewichtung Ihrer Lebensgeschichte von großer Bedeutung. Daher ist es sinnvoll Ihre Selbstdarstellung in Form eines Kurzvortrages von 5 bis 8 Minuten Dauer vor einer Videokamera oder einer anderen Person zu üben.

Mit zu erwartenden Fragen beschäftigen: Sie müssen sich auf viele Fragen gefaßt machen. Die sachdienstlichste Vorbereitung darauf ist: Sie stellen sich vor, daß Sie der Personalleiter wären. Für die neu zu besetzende Stelle liegt Ihnen der Lebenslauf vor. Welche Fragen würden Sie an den Bewerber richten? Durchdenken Sie anschließend Ihre Antworten und überlegen Sie sich Fragen, mit denen folgerichtig nachgehakt werden könnte. Auch hier sollten Sie eine weitere Person oder einen Profi zu Rate zu ziehen.

Erscheinungsbild: Die meisten Menschen beurteilen einen anderen zuerst nach seinem äußeren Erscheinungsbild. Oft ist es schwer, den ersten Eindruck im Laufe der Zeit zu revidieren. Oder: "Es gibt keine zweite Chance, einen ersten Eindruck zu machen." Auch die alte Volksweisheit "Kleider machen Leute" kommt hier zum tragen. Machen Sie sich also lieber ein paar zusätzliche Gedanken zu Ihren Kleidungsstücken und zu Ihrem Erscheinungsbild. Eine grundsätzliche Regel für die Kleiderordnung lautet: Ziehen Sie etwas an, das Sie auch hinterher am Arbeitsplatz tragen würden. (Arbeitnehmer wie etwa Handwerker mit unverkennbarer Arbeitskleidung ausgenommen). Wählen Sie etwas, daß man in Ihrem Berufszweig erwartet. Seien Sie dezent gekleidet und achten Sie darauf, daß Sie sich in Ihrem Outfit wohl fühlen. Ihre Lieblingsstücke werden so Ihre Selbstsicherheit verstärken. Zur Auswahl von Schmuck, Make-Up und der Benutzung von Parfüm und Deo gilt: Weniger ist mehr. Schließlich sollten Haare, Schuhe und Fingernägel noch einmal intensiv gepflegt werden.

Bewerbungsutensilien: Folgende Bewerbungsutensilien können Sie zum Vorstellungsgespräch mitnehmen:

* Tasche / Aktenkoffer
* Kopien Ihrer Bewerbungsunterlagen einschließlich der Anzeige
* Notizplaner und Schreibzeug
* Einladungsschreiben
* gegebenenfalls ausgefüllter Personalfragebogen
* Ihre Unterlagen, mit denen Sie sich vorbereitet haben.

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Drücken Sie Schwächen positiv aus

Auf Fragen beim Vorstellungsgespräch vorbereiten

Fragen zur persönlichen und familiären Situation


Sind Sie verheiratet? Haben Sie Kinder? Wie alt sind Ihre Kinder?

Diese Fragen werden weniger gestellt, um Fakten zu erfahren. Aus Ihrer Antwort kann man unterschiedliche Schlüsse ziehen: So will der Fragesteller wissen, wie mobil Sie sind. Es kann auch sein, daß der Arbeitgeber die Erfahrung gemacht hat, daß Bewerber mit Familie zuverlässiger als unabhängige Singles sind.

Ist Ihr/e Mann/Frau berufstätig?

Diese Frage ist vor allem relevant, wenn Sie und ihr Lebenspartner auf vergleichbaren oder ähnlichen Positionen in der gleichen Branche arbeiten. Dann besteht das Risiko, daß Sie geheime Unternehmensdaten austauschen.

Haben Sie chronische Krankheiten? Sind Sie längere Zeit krank gewesen?

Die Beantwortung dieser Frage ist abhängig von der Art der Arbeitsstelle. Für einen Bäckereibetrieb ist es ein Unterschied, ob ein Bewerber mit Mehlstauballergien sich für eine Arbeit in der Backstube oder in der Verwaltung interessiert.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Haben Sie Hobbys?

Bei den Fragen nach Freizeit und Hobbys gewinnt Ihr Gegenüber einen Eindruck davon, ob Ihre Freizeitgestaltung mit Gefahren verbunden ist und mit Verletzungen und Ausfallzeiten zu rechnen ist, Sie einen Ausgleich zum Beruf haben, Sie sich fit halten und in Ihrer Freizeit soziale Kontakte pflegen. Da der Mensch in seinen Hobbys in der Regel keine Kompromisse eingeht, erhält der Arbeitgeber hier ein gutes Bild über Ihre Person. Üben Sie etwa ein Vorstandsamt aus, dann wird das oft als positiver Beleg dafür gesehen, daß Sie sozial engagiert sind und Führungsfähigkeiten besitzen.

Fragen zum Berufs- / Ausbildungsweg

Weshalb wählten Sie diesen Beruf / Ausbildungsweg?

Hier sollten Sie erklären, wo und wann Sie ein Interessengebiet entdeckt haben. Ein Beispiel: "In der Schule entdeckte ich meinen Spaß im Umgang mit Zahlen. Deshalb entschloß ich mich zu einer kaufmännischen Ausbildung."

Wie sind Sie mit Ihrem Chef und den Kollegen ausgekommen?

Sprechen Sie nie negativ über Ihre ehemaligen Kollegen und Vorgesetzten. An Ihren Aussagen wird man Ihre Loyalität gegenüber dem Unternehmen messen.

Arbeiten Sie lieber allein oder im Team?

Da heute nahezu alle Arbeitsgebiete teamorientiert gestaltet sind, kann auch eine diplomatische Antwort die beste sein: "Ich arbeite gerne selbständig, verliere aber auch das Team nicht aus den Augen."

Fragen zur Selbsteinschätzung und Motivation

Was sind Ihre besonderen Stärken? Was ist Ihre größte Schwäche?

Mit diesen Fragen wird versucht herauszufinden, ob Sie sich selbst realistisch einschätzen können oder / und ein gesundes Selbstbewußtsein haben. Nennen Sie bei der Einschätzung keine allgemeinen Fähigkeiten, sondern suchen Sie sich solche aus, die zum Anforderungsprofil der Stelle passen. Bei Schwächen sollten Sie solche wie "Ungeduld" oder "Manchmal schieße ich über das Ziel hinaus" vermeiden, denn das kann man Ihnen als Bewerbungsratgebergeblubber auslegen. Drücken Sie Ihre Schwächen positiv aus

Nennen Sie Ihre größten Erfolge! Was war der größte Mißerfolg?

Bei der Frage nach Ihren Erfolgen möchte man herausfinden, ob und wie Sie Arbeitsziele erreichen und wie zielstrebig und engagiert Sie sind. Nennen Sie hier ihre größten Erfolge und scheuen Sie sich nicht, Mißerfolge preiszugeben - mit dem Hinweis, daß Sie aus Fehlern lernen.

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Auch Sie sollten Fragen stellen

Tips für das Vorstellungsgespräch


Zu einem gelungenen Vorstellungsgespräch gehört es nicht nur, die gestellten Fragen überzeugend zu beantworten, sondern auch, wichtige Themenbereiche gezielt selbst ansprechen. Es ist also nicht nur wichtig, auf verschiedene Fragen vorbereitet zu sein, sondern auch ebenso, sich Fragen gut zu überlegen, die Sie von Ihrem Gegenüber beantwortet wissen möchten. Ihre eigenen Fragen bewirken auf der einen Seite, daß Sie herausfinden, ob die Stelle die richtige für Sie ist; andererseits zeigen Sie durch konkrete Fragen zu einzelnen Geschäftsbereichen oder künftigen Entwicklungen des Unternehmens, daß Sie über das Unternehmen informiert sind. Hier einige Beispiele:

* Fragen zum künftigen Arbeits- und Verantwortungsbereich
* zu Aufstiegs- und Qualifizierungsmöglichkeiten
* zu Kollegen und Vorgesetzten Suchen Sie sich in der Auflistung unten einige Fragen heraus, die Sie stellen möchten. Viele von ihnen werden sicherlich auch ohne Ihr Zutun besprochen und beantwortet. Natürlich fehlen hier die Fachfragen, die speziell auf Ihr Fachgebiet zugeschnitten sind.
* Wie sieht mein Arbeits-/Aufgabengebiet aus?
* Wie viele Mitarbeiter hat das Unternehmen / die Abteilung?
* Wie sehen die Zukunftspläne des Unternehmens aus?
* Wer ist mein direkter Vorgesetzter? Mit wem arbeite ich zusammen? Wer arbeitet mich ein? Wo erfolgt die Einarbeitung? Wo arbeite ich? Mit welchen Geräten arbeite ich? Wie ist meine Arbeitszeit? Wann ist der genaue Eintrittstermin? Welche Entwicklungsmöglichkeiten habe ich im Unternehmen?
* Kann die Firma bei der Wohnungssuche behilflich sein?
* Kann ich damit rechnen, in eine andere Filiale versetzt zu werden?
* Gibt es Betriebsferien? Fallen Überstunden an?So gut wie nie/ gelegentlich/ saisonal/ regelmäßig?
* In welchem Umfang kann ich mit Reisen rechnen?
* Handelt es sich um einen befristeten Arbeitsvertrag?
* Kann ich meinen zukünftigen Arbeitsplatz mal sehen?
* Wie geht es nach dem Gespräch weiter? Wann kann ich mit einer Entscheidung rechnen? 

Durch Ihre Fragen im Vorstellungsgespräch muß deutlich werden, daß für Sie vor allem die inhaltlichen und fachlichen Aspekte des zukünftigen Arbeitsplatzes interessant sind. Die vertraglichen Rahmenbedingungen gehören an den Schluß eines Gesprächs, wenn es um die Gehaltsverhandlung geht.

Was fragen Sie nicht bei einem Vorstellungsgespräch? Grundsätzlich fragen Sie nicht nach Dingen, die nur für Sie einen Vorteil ergeben. Dazu gehören hauptsächlich Inhalte, die sich aus Gesetzen und Tarifvereinbarungen ergeben. Diese Informationen können Sie entweder bei Gewerkschaften und den entsprechenden Tarifverträgen bekommen, oder das Buch "Übersicht über das Arbeitsrecht" Bestelladresse: Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 500, 53105 Bonn, zu einem Preis von 17 Mark zuzüglich Versandkosten, bestellen. In diesem finden Sie alle Regelungen in Kurzform dargestellt und erklärt, in einem auch für Nichtjuristen verständlichen Stil. Weitere Informationen http://www.bma.de .

Fragen Sie nie nach Kündigungsfristen, denn der Arbeitgeber wird vermuten, daß Sie schon an eine Änderung denken, bevor das Arbeitsverhältnis überhaupt begonnen hat. Weiterhin vermeiden Sie Fragen nach der Urlaubslänge, um nicht einen Erholungsbedarf zu signalisieren, den Sie erst noch erreichen müssen.

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Sind Sie eher ein Beamtentyp?

Auf Fragen beim Vorstellungsgespräch vorbereiten


Was wissen Sie über unser Unternehmen? Warum haben Sie sich auf diese Stelle beworben? Weshalb möchten Sie denn zu uns?

Mit diesen Fragen möchte man von Ihnen wissen, ob diese Bewerbung eine von vielen ist und wie gut Sie sich auf Aufgabengebiet und Branche vorbereitet haben. Holen Sie vor dem Gespräch alle Informationen ein und stellen Sie Fakten dar.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung unserer Branche?

Diese Frage überprüft ihre Kenntnisse innerhalb der Branche und gibt einen Eindruck davon, inwieweit Sie mitreden und angemessen urteilen können.

Was möchten Sie in fünf Jahren tun? Wie stellen Sie sich die berufliche Zukunft vor?

Auf der einen Seite will man einen Eindruck davon bekommen, ob Sie ein zielorientierter Mensch sind und welche Pläne Sie umsetzen möchten. Auf der anderen Seite möchte man wissen, wie lange Sie im Unternehmen bleiben wollen.

Wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft bei uns vor?

Auch hier versucht man, Ihre Zielstrebigkeit zu ermitteln. So gilt es als Zeichen einer positiven Motivation, wenn Sie sich schnell in das Aufgabengebiet einarbeiten möchten, um später mal Personal- oder Projektverantwortung zu übernehmen.

Worauf legen Sie Wert in Ihrem Beruf?

Sichtbar werden soll anhand Ihrer Antworten, ob Sie ein Beamtentyp oder eher ein Mensch mit ausgeprägtem unternehmerischen Denken sind; ob Sie eher Wert auf Arbeitsinhalte oder auf das Ansehen des Unternehmens legen; ob Sie an einem guten Betriebsklima interessiert sind oder nur Ihre eigene Karriere sehen. Wenn Sie im Gespräch erwähnen, daß Sie an einer interessanten abwechslungsreichen Tätigkeit produktiv mitarbeiten möchten, sammeln Sie Pluspunkte.

Können Sie noch mal kurz darstellen, warum Sie die geeignete Person für unser Unternehmen sind?

An dieser Frage wird deutlich, wie aufmerksam Sie zugehört haben und dem Gespräch gefolgt sind. Hier sollten Sie Ihre Qualifikationen in kurzer Argumentation auf den Punkt bringen.

Wie lange werden Sie brauchen, bis Sie richtig eingearbeitet sind?

Man möchte von Ihnen erfahren, wie Sie die Anforderungen an diese Stelle sehen und Ihre Selbsteinschätzung für das Aufgabengebiet bewerten. Nutzen Sie Ihren Erfahrungshintergrund.

Wie viel möchten Sie verdienen? Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie?

Um Ihren Gehaltswunsch zu ermitteln, berücksichtigen Sie alle Bezüge Ihrer bisherigen Position einschließlich geldwerter Vorteile wie Dienstwagen, betriebliche Altersversorgung und Einnahmen aus Mitarbeiterbeteiligungen. Ihr Vorschlag sollte fünf bis 20 Prozent über Ihrem letzten Gehalt liegen und an den marktüblichen Gehältern orientiert sein. Nennen Sie den Betrag mit fester Stimme, ohne Einschränkung, Relativierung und Rechtfertigung. Auf Wunsch begründen Sie Ihre Gehaltsvorstellung.

Haben Sie noch Fragen?

Beenden Sie nie ein Vorstellungsgespräch mit Formulierungen wie: "Ich hab jetzt soviel gehört und muß das erstmal verarbeiten." oder "Ich habe keine Fragen mehr." Man wird Ihnen Desinteresse und mangelnde Belastbarkeit unterstellen. Eine Notlösung, wenn Ihnen keine Fragen mehr einfallen: "Kann ich meine zukünftigen Arbeitsplatz mal sehen? oder "Kann ich die neuen Kollegen kennenlernen?" Beim Rundgang durch das Unternehmen fallen Ihnen sicherlich noch einige kompetente Fragen ein. Wenn nicht, dann fragen Sie: "Wie geht es nach dem Gespräch weiter?" oder "Wann kann ich mit einer Entscheidung rechnen?"

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Erzählen Sie keine langen Romane

14 Tips, wie Sie ein Bewerbungsgespräch vorbereiten

Wie bereite ich mich auf ein Bewerbungsgespräch vor? Beherzigen Sie folgende Ratschläge:

1. Bereiten Sie sich bewußt auf die Bewerbungsgesprächssituation vor. Dazu gehört auch, daß Sie 24 Stunden vor dem Gespräch beginnen, nur noch Dinge zu tun, die Sie entspannen. Gehen Sie gerne Schwimmen oder Radfahren? Dann tun Sie es. Wenn Sie den ganzen Tag an diesen wichtigen Termin denken, können Sie eine Angst entwickeln, die sich im Gespräch als Nervosität zeigt. Bewerber haben circa zehn Minuten Zeit, um diese in den Griff zu bekommen.

2. Zeigen Sie schon im Vorzimmer korrektes Verhalten, denn Sie werden von der Sekretärin möglicherweise aufmerksam beobachtet. Manchem Chef ist das Urteil seiner Sekretärin sehr wichtig, und er befragt sie nach dem Gespräch über ihren Eindruck vom Bewerber.

3. Verzichten Sie auf das Rauchen. Wenn man Ihnen Alkohol anbietet, sollten Sie dankend ablehnen. Man testet Sie hier.

4. Sprechen Sie Ihren Gesprächspartner wiederholt mit seinem Namen an. Denn jeder hört seinen Namen gern.

5. Drücken Sie sich klar und verständlich aus. Bewerber, die sich unbestimmt ausdrücken und nicht wissen, was Sie wollen, wecken wenig Interesse.

6. Erzählen Sie keine Romane. Ihre Antworten sollten kurz, präzise und sachlich sein und sich auf die wesentlichen Angaben beschränken.

7. Seien Sie eine halbe Stunde vor dem Termin am Ort. Sie können sich mit den Gegebenheiten vertraut machen, und vielleicht fallen Ihnen dabei auch noch ein paar Fragen ein. Lesen Sie in Ruhe noch einmal Ihre Bewerbungsunterlagen durch und rufen Sie sich Ihre bisherigen Leistungen ins Bewußtsein. Sie sollten selbstbewußt auftreten. Aber Vorsicht: Übertreibungen und Angabe wird man meistens schnell herausfinden.

8. Beantworten Sie alle Fragen wahrheitsgemäß. Personalchefs stellen oft Fang- oder Kontrollfragen, um Unwahrheiten aufzudecken. Ertappt man Sie bei einer Lüge, ist das Gespräch vorbei.

9. Beantworten Sie alle Fragen, auch wenn Sie die Antworten schon gegeben haben. Sagen Sie nie "Das habe ich doch schon gesagt" oder "Das steht doch in meinen Unterlagen". Hier möchte man Ihre Geduld und Ausdauer testen.

10. Äußern Sie sich nie schlecht über Ihren früheren Arbeitgeber. An Ihrer Einstellung gegenüber der alten Firma oder früheren Vorgesetzten wird man ablesen, wie Sie sich gegenüber der neuen Firma verhalten werden. Seien Sie absolut loyal.

11. Werden Ihnen taktlose oder unverschämte Fragen gestellt, könnte eine Antwort so aussehen "Wieso ist das eine Voraussetzung, diese Stelle zu bekommen?"

12. Sagen Sie nie "Ich habe keine Fragen mehr" oder "Ich habe jetzt soviel gehört und muß erst über den Inhalt nachdenken". Damit dokumentieren Sie mangelndes Interesse sowie geringe Belastbarkeit.

13. Damit Sie nichts vergessen, sollten Sie sich Ihre Fragen zu Hause auf einen Notizzettel festhalten. Schreiben Sie nach dem Gespräch ein Gedächtnissprotokoll. Darin sollten in Kurzform die Fragen und Ihre Antworten festgehalten sein. Denn in manchen Unternehmen hat man mehrere Bewerbungsgespräche, und es wäre doch peinlich, wenn Sie die Inhalte der vorhergegangen Gespräche vergessen haben.

14. Analysieren Sie folgende Fragen: Was habe ich gut gemacht?

Was kann ich nächstens besser, d. h. anders machen?

Welchen Eindruck hatte ich von meinem Gegenüber?

Bedenken Sie, welche Vor- und Nachteile für Sie mit dem Stellenantritt verbunden wären. Falls Sie eine Absage erhalten, fragen Sie ruhig nach, woran es gelegen hat, daß man sich nicht für Sie entschieden hat. Oft ergeben sich daraus Hinweise, was Sie beim nächsten Mal anders machen können, um schließlich die Stelle zu bekommen, die Sie sich wünschen.

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Sonstiges

"Einen wunderschönen Guten Tag!"

Vorsicht bei dubiosen Antworten auf ein Stellengesuch


Ist es sinnvoll, ein eigenes Stellengesuch zu inserieren?

Grundsätzlich ja, aber vorsichtig sollte man sein. Eine fiktive, aber realistische Geschichte soll das veranschaulichen:

Peter Aktiv beschließt, seine Stellensuche aktiv in die Hand zu nehmen. Nachdem er einen ansprechenden Text als arbeitssuchender Tierpfleger erstellt und inseriert hat, wartet er auf Reaktionen. Ein paar Tage später: Der Erfolg gibt Ihm recht. Bis jetzt hat er drei Antworten bekommen - und das auf nur eine Anzeige!

Das erste Schreiben ist die Fotokopie eines vorgefertigten Schriftstückes; die Chiffre-Nr. der Zeitungsanzeige ist handschriftlich eingefügt: "Sehr geehrter Inserent, Sie haben Engagement bewiesen, um eine Arbeit zu finden. Haben Sie auch Mut, mit einem erfahrenen Team, das über das nötige ,Know How' verfügt, eine selbständige Existenz zu beginnen? Wenn Sie folgende Fragen mit ,Ja' beantworten, dann sollten Sie mit uns baldmöglichst telefonischen Kontakt aufnehmen." Peter Aktiv traut seinen Augen nicht. Die beiden Absender sitzen in einem idyllischen Flecken im Hinterland, von wo sie laut Briefkopf "Waren-Vertriebs-Systeme" vertreiben. Aber Peter Aktiv verliert spontan die Lust, sich diesem Team preiszugeben. Denn "Qualitätsprodukte des täglichen Bedarfs, die von zufriedenen Kunden regelmäßig nachgekauft werden", möchte er eigentlich nicht vertreiben. Da will er doch lieber wie früher als ehrbarer Pferdepfleger tätig sein.

Deshalb greift Peter Aktiv schnell und unverzagt zum zweiten Brief. "Einen wunderschönen guten Tag", wird er begrüßt. Aber etwas stört ihn, denn schreibt so ein zukünftiger Arbeitgeber? Hört sich das nicht eher nach dem geborenen schlechten Verkäufer an? Dennoch ist dieser Anlagenberater anscheinend vom Erfolg verwöhnt. Ja, er möchte sogar, daß auch arbeitslose Tierpfleger daran partizipieren: "Jeder bestimmt bei uns selbst, was und wieviel er verdienen und leisten möchte." So könnte Her Aktiv in eine "starke Gemeinschaft" von Vermögensberatern "hineinwachsen". Ist es nicht schön, daß es heute noch Menschen gibt, die den Gedanken der Solidarität pflegen?

Peter Aktiv öffnet den dritten Brief. Wieviel ehrlicher klingt da der Beginn: "Sehr geehrter Inserent, Wie ich Ihrer Anzeige im Wochenblatt entnommen habe, suchen Sie eine Stelle in Ihrem Beruf. Eine solche Stelle kann ich Ihnen leider nicht anbieten." Doch der Verfasser weiß Rat. Seine "seriöse" Alternative folgt nur wenige Zeilen später. Attraktiv hört sich an, daß man seine Arbeitszeit frei einteilen könne, doch nachdenklich stimmt, daß zunächst nicht mehr als "eine geringe Investition" verlangt wird. Zum Glück hat sich Peter Aktiv beraten lassen und weiß bei solchen Anzeigen: Da lachen die Geschäftsführer. Wer sich wirklich so überreden und anwerben läßt, dem winkt eine Kürzest-Karriere als trostloser Berater, als Klinkenputzer ohne Fortune oder als Abverkäufer eines teuer bezahlten Warenbestandes.

Alle diese Agenturen, Ansprechpartner, Bezirksleiter und "National-Directors" versuchen ja nur, Ahnungslose in aller Eile anzumachen, einzuspannen und auszunehmen. Deshalb halten Sie Abstand, wenn Ihnen statt Arbeit eine "Chance" angeboten wird. Wer dies tut, läßt Ihnen in Wirklichkeit zumeist keine Chance. Auf dem Stellenmarkt sind "einmalige Gelegenheiten" faule Eier. Fallen Sie nicht auf die Marktschreier herein. Werden Sie mißtrauisch, wenn ein dubioser Stellenanbieter sich freut, "mitteilen zu können, daß unser Unternehmen an Ihnen interessiert ist", zugleich aber auf gewünschte berufliche Fähigkeiten und Kenntnisse nicht im mindesten eingeht.

Es gibt natürlich auch seriöse Angebote, denn gerade kleinere und mittlere Unternehmen greifen gerne auf die Rubrik "Stellensuche" zurück, da sie sich ein teures Bewerberauswahlverfahren nicht leisten können oder wollen. So kann ein selbst aufgegebenes Inserat durchaus zum gewünschten Erfolg führen.

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Streß und Gruppendiskussionen

Ein Assessment-Center als komplexes Auswahlverfahren


Was ist ein Assessment-Center? Ein Assessment-Center ist ein sehr komplexes Auswahlverfahren mit dem Ziel, Mitarbeiter zu ermitteln, die auf die Position und in das Unternehmen passen.

Die Geschichte des Assessment-Center-Verfahrens ist bereits recht alt und reicht bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts zurück. Erstmalig angewandt wurde es in Deutschland zur Auswahl von Heeresoffizieren.

Für den betrieblichen Alltag wurde es über die USA in den 70er Jahren in Deutschland wieder entdeckt. Mitunter wird der klassische Begriff AC durch andere Begriffe ersetzt: Das Verfahren wird auch Gruppenauswahlverfahren, Vorstellungsgespräch mit Übungsrunden, Auswahltag, Informationstag oder Gruppeninterview genannt.

Das Ziel jedes anforderungsorientierten Einstellungsverfahren ist es, herauszufinden, ob der Bewerber den verschiedenen Arbeitssituationen der neuen Stellung gewachsen sein wird. Die Anforderungen werden eingeteilt in:

Leistungsanforderungen Anforderungen an die Persönlichkeit Anforderungen an das Verhalten Anforderungen, die sich auf die spezielle Situation des Unternehmens sowie dessen Politik beziehen.

Wie läuft ein AC ab? Zu Beginn eines ACs werden das Haus, die Produkte und die zu vergebende(n) Position(en) vorgestellt. Dann können die Kandidaten Fragen stellen. Anhand der Fragen und Reaktionen des künftigen Mitarbeiters werden das Interesse und die Motivation überprüft.

Gruppendiskussion - Hier werden dem Bewerberkreis Themen vorgegeben. Mögliche Diskussionsthemen: welches Gruppenmitglied soll auf eine Dienstreise geschickt werden oder wer ein schöneres Büro erhalten soll. Hier soll sich erweisen, ob die Bewerber Mitarbeiter motivieren oder eine Gruppe führen können. Gefragt sind Kompromiß- und Kooperationsbereitschaft, aber auch Durchsetzungsvermögen. Besonders gut zu beobachten sind dabei folgende Fähigkeiten der Bewerber:

Kommunikationsfähigkeit Rhetorikfähigkeit Kooperationsbereitschaft Durchsetzungsvermögen Ideenreichtum Flexibilität und Einfühlungsvermögen Streitkultur, Verhandlungsgeschick. Postkorb-Übung - Eine alltägliche Situation wird nachgespielt: Der Bewerber muß einen überfüllten Postkorb bearbeiten. Er erhält etwa 15 bis 20 Briefe. In allen geht es um leichte bis mittlere Katastrophen, die er sofort abwenden muß. Dazu gibt es eine Art Stadtplan, in dem Aufenthalts- und Reisezeiten verzeichnet sind. Es kommt darauf an, in einem fiktiven Zeitraum möglichst viele wichtige Dinge in einer vorteilhaften Reihenfolge zu erledigen. Diese Übung dient dazu herauszufinden, wie der Mitarbeiter mit Zeitdruck zurechtkommt, ob er rasch und überlegt Entscheidungen fällen, delegieren, organisieren, analytisch denken kann.

Rollenspiel - In Rollenspielen werden Alltagssituationen der Fachkraft simuliert. Etwa eine Kundenbeschwerde oder ein Gespräch mit einem schwierigen Mitarbeiter, der sich über den Organisationsablauf des Unternehmens beschwert. Kommunikative Fähigkeiten und Einfühlungsvermögen werden bewertet.

Präsentation oder Kurzvortrag - Die Teilnehmer sollen nach kurzer Vorbereitungszeit einen etwa fünfminütigen Kurzvortrag halten. Dabei kommt es vor allem darauf an, wie der Kandidat die Inhalte präsentiert. In diesem Teil werden seine rhetorischen und kommunikativen Fähigkeiten überprüft und bewertet.

Einzelinterviews - Mehrere Gesprächspartner fragen den Kandidaten zu verschiedenen Themenbereichen, zu seiner Biografie, Ausbildung und Motivation. Es werden dann Problemsituationen vorgeben und der Bewerber soll Lösungsmöglichkeiten entwickeln begründen.

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