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Stand vom 3.3.2005

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Ferdinand Puhe

Firmen schwimmen im Geld –

trotz oder wegen Arbeitsplatzvernichtung?

 

 

Gedanken eines KAB’lers

Obgleich wir uns weiterhin in einer Konjunkturflaute befinden, kassieren Großkonzerne satte Gewinne. Sie sparen allerdings bei Investitionen und – nicht zuletzt – bei ihren Mitarbeitern. Denen werden Urlaubsgelder und Weihnachtsgratifikationen gekürzt, es werden Arbeitsplätze vernichtet und unbezahlte Mehrarbeit eingefordert.

 Die im Aktienindex DAX führenden Unternehmen fuhren im vergangenen Jahr erhebliche Gewinne ein, wie die Zahlen der ersten neun Monate ausweisen. Zu diesen Firmen gehören Adidas, Allianz, BASF, Bayer, BMW, Commerzbank, DaimlerChrysler, EON, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Fresenius, Henkel, Linde, Lufthansa, MAN, Münchner Rück, SAP, Schering, TUI und Volkswagen. So manche dieser Unternehmen sind in letzter Zeit durch mehr oder weniger rigorosen Arbeitsplatzabbau oder durch Verlagerung von Betriebsteilen ins Ausland aufgefallen. Da passt doch was nicht zusammen! Zudem ist zu befürchten, dass einige dieser Unternehmen ihre freien Gelder nicht im Inland investieren werden. Aber kaufen sollen wir ihre Produkte oder Dienstleistungen schon!

Wo bleibt in all diesen Fällen die von der Kath. Soziallehre geforderte Sozialverpflichtung des Kapitals, wo bleibt die Verantwortung für die Mitarbeiter und deren Familien? Leider sind wir längst in frühkapitalistische Zeiten zurückgefallen. Der Neoliberalismus beherrscht die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt.

 

Die von den Grünen und einigen Gewerkschaften eingeforderten gesetzlich festgelegten Mindestlöhne sind umstritten. Auf der einen Seite muss etwas getan werden, um ein zunehmendes „Lohndumping“ zu verhindern, auf der anderen Seite wäre die teilweise Aufgabe der Tarifhoheit hinzunehmen. Da muss abgewogen werden, was das höherwertige Gut ist, was den Arbeitnehmern mehr hilft.

 

Die CDU hat auf ihrem Düsseldorfer Parteitag wieder einmal die Lockerung des Kündigungsschutzes in ihr Programm aufgenommen. In Betrieben unter 20 Beschäftigten soll der Schutz aufgehoben werden und in den ersten zwei Jahren nach der Einstellung soll der Mitarbeiter keinen Kündigungsschutz genießen. Es soll möglich sein, bei Vereinbarung fester Abfindungen auf den Kündigungsschutz zu verzichten. Alles eine weitere Aushöhlung der in Jahrzehnten erworbenen Arbeitnehmer-Rechte! Der Neo-Liberalismus lässt grüßen.

 Ferdinand Puhe

17.01.05