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Stand vom 10.5.2005

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Nachrichten aus der Offenbacher Kante

Hartz IV belebt Geschäft der Umzugsfirmen
Arbeitslose sollen Wohnungen wechseln

Von Alexander Koffka
· Offenbach · Das seit Jahresbeginn geltende Hartz IV-Gesetz führt dazu, dass in Offenbach zunehmend Empfänger des neuen Arbeitsiosengelds II zum Umzug aufgefordert werden. Die Mainarbeit GmbH, eine Arbeitsgemeinschaft aus Stadtverwaltung und Agentur für Arbeit, prüft derzeit, welche Mieten über den als angemessen geltenden Sätzen liegen.

„Wer den Richtwert um mehr als 30 Prozent überschreitet, wird angeschrieben und aufgefordert, innerhalb eines halben Jahres umzuziehen“, erläuterte Steffen Spieker, stellvertretender Geschäftsführer der Mainarbeit. Bislang hätten etwa 100 Haushalte, die von Arbeitslosengeld II leben, in dieser Angelegenheit Post bekommen. Die Überprüfung aller 7500 Offenbacher Bedarfsgemeinschaften laufe noch.

Die Kriterien, nach denen die Behörde die Angemessenheit der Miete bewertet, sind für Betroffene wie Außenstehende nicht immer nachvollziehbar. So zahlt die 54-jährige Olga Schwarz (Name von der Redaktion geändert) eine für Offenbacher Verhältnisse günstige Miete - und soll trotzdem ausziehen. Das dürfte dazu führen, dass die Stadt, die der Mainarbeit die Unterkunftskosten der Hilfsempfänger erstatten muss, in diesem Fall am Ende mehr ausgeben wird.

 Schwarz lebt in einer 70 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Wohnung in Krankenhausnähe und zahlt dafür 320 Euro Miete und 170 Euro Umlagen. Für „unangemessen“ hält die Mainarbeit vor allem die Größe der Wohnung. Für einen Ein-Personen-Haushalt werden maximal 50 Quadratmeter anerkannt. Zwei Personen dürfen bis zu 60 Quadratmeter bewohnen, drei 75. Quadratmeter. Jeder weitere Bewohner erhöht die als angemessen akzeptierte Größe um zehn Quadratmeter.

Bei der Miete zahlt die Mainarbeit den in der von Mieterverein, Haus & Grund sowie Stadt herausgegebenen Mietwerttabelle angegebenen Preis. „Wir orientieren uns am unteren Drittel der Spanne für mittlere Wohnlagen", sagte Spieker. Bezöge Olga Schwarz also eine 50 Quadratmeter große Neubauwohnung, würde die Mainarbeit demnach 375 Euro als Miete übernehmen. Hinzu kämen Umzugs- und womöglich. Maklerkosten.

Die Spar-Anstrengungen der Mainarbeit würden im Fall der Olga Schwarz nicht allein dazu führen, eine Offenbacherin, die ohnehin unter der Arbeitslosigkeit leidet, nach mehr als 20 Jahren aus ihrem Wohnumfeld zu reißen. Zudem stiege die finanzielle Belastung für die Stadt. Geholfen wäre allenfalls den Umzugsunternehmen.

Quelle: Offenbach Post vom 10. Mai 2005