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Stand vom 19.07..2005

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Ferdinand Puhe

Arbeitnehmer unter Druck

Gedanken eines KAB’lers

Die hohe Arbeitslosenquote ist – und bleibt! – ein Skandal. Leider gibt es auch keine Hinweise auf eine Entspannung, im Gegenteil: weitere Unternehmen haben Entlassungen angekündigt, Neueinstellungen in größerem Umfang sind nicht bekannt.

Was die Situation noch prekärer macht, ist die Tatsache, dass die Arbeitgeber die ohnehin bedrückende Lage ausnutzen. Der Druck auf die noch Arbeit Besitzenden wird immer größer. Das äußert sich u. a. darin, dass sich Arbeitnehmer auch bei Krankheit in den Betrieb schleppen, dass unsolidarisches Verhalten gegenüber Kollegen um sich greift, u. a. in Form von Mobbing, dass Lohndumping an der Tagesordnung ist.

Und auch ganz offiziell werden in Jahrzehnten erkämpfte Errungenschaften der Arbeitnehmer abgebaut. So feiern die Arbeitgeber Schritt für Schritt, Branche für Branche die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche – und das ohne Lohnausgleich! Obgleich die Gewerkschaften dieses Feld nicht kampflos preisgeben, ist doch zu beobachten, dass der Freizeitabbau unaufhaltsam weitergeht. Im Maler- und Lackierhandwerk kehrte man bereits 2004 zu 40 Stunden zurück, in der Baubranche erfolgte im vorigen Monat die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche. In der Metallindustrie musste die Gewerkschaft den Arbeitgebern eine Öffnungsklausel zugestehen, die diesen gestattet, bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen in einzelnen Betrieben die Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden auszuweiten. Dazu reicht z. B. die Begründung, dadurch Arbeitsplätze zu erhalten. Eine geradezu perverse Situation!

Wo bleibt da die Würde der menschlichen Arbeit, die Würde der Person, die Vorrangstellung des Faktors Arbeit vor dem Faktor Kapital? Sicher könnten wir diese Zustände – zumindest für eine begrenzte Zeit – in Kauf nehmen, wenn dadurch erkennbar neue Arbeitsplätze geschaffen und die Arbeitsplatzvernichtung verhindert würde!

Ferdinand Puhe

19.07.05